Forst Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Forst

Der Wald prägt unser Landschaftsbild: Mit 11,4 Mio. ha ist Deutschland zu einem Drittel bewaldet. Der Wald beheimatet Tiere und Pflanzen, leistet einen bedeutenden Beitrag zum Schutz von Klima, Wasser und Boden und bietet gleichzeitig Raum für Erholung und sportliche Aktivitäten. Zudem liefert der Wald und damit die Forstwirtschaft auch den mengenmäßig wichtigsten nachwachsenden Rohstoff: Holz. Weitere Informationen zur Bedeutung des Waldes bietet die Seite waldkulturerbe.de.

Holz kann vom Bau- und Werkstoff bis hin zum Energieträger die vielfältigsten Aufgaben erfüllen. Dabei wird nicht mehr Holz genutzt, als im Wald wieder nachwächst. Dieses Prinzip der Nachhaltigkeit hat hier in Deutschland seit 300 Jahren Tradition und wird mittlerweile auf viele Lebensbereiche übertragen.

Laut der dritten Bundeswaldinventur, deren Ergebnisse im Oktober 2014 veröffentlicht wurden, beträgt der Holzzuwachs in den Wäldern Deutschlands 121,6 Mio. m³ pro Jahr. Ihm steht eine durchschnittliche Holzernte von jährlich 76 Mio. m³ gegenüber. Demnach wächst, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit, mehr Holz nach als genutzt wird. Dadurch verfügt Deutschland, trotz hoher Nutzung, über wachsende Holzvorräte von mittlerweile fast 3,7 Mrd. m³.

Aktuelle Zahlen zur Rohholzbereitstellung und Holzverwendung vermitteln die Holzmarktberichte des BMEL, die auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes erstellt werden. Danach betrug die Holzentnahme im Jahr 2015 rund 55,6 Mio. m³. 10,5 Mio. m³ wurden direkt als Energieholz genutzt.

Darüber hinaus durchgeführte Holzrohstoffbilanzen, die weitere, statistisch nicht erfasste Stoffströme berücksichtigen, zeigen, dass in Deutschland seit einigen Jahren knapp mehr Holz energetisch für die Wärme- und Stromerzeugung genutzt wird als stofflich für das Bauen und Wohnen, die Papierindustrie sowie sonstige industrielle Einsatzbereiche.

Forstwirtschaft, Holzproduktion und Verarbeitung, bedeuten Wertschöpfung und Arbeitsplätze für den ländlichen Raum. Der gesamte Cluster Forst und Holz erzielt entsprechend der Clusterstudie Forst und Holz von 2005 einen jährlichen Umsatz von rund 181 Milliarden € und beschäftigt ca. 1,2 Mio. Menschen.

Junge Eiche [Quelle: FNR/L.Pohlan]
Junge Eiche [Quelle: FNR/L.Pohlan]
© FNR/Zdenka Hajkova

Kulturhistorischer Hintergrund

Wald, wie er heute existiert, ist ein Erbe der Vergangenheit. Von Natur aus würden Laubbäume das Erscheinungsbild der Wälder in Deutschland bestimmen. Die ursprünglichen Buchenwälder wurden durch die Ausweitung der Landwirtschaft zunehmend gerodet und auf ungünstigere Standorte zurückgedrängt. Der Brennholzbedarf stieg ständig. Hinzu kam der Bedarf an Holzkohle, Bauholz für Fachwerkhäuser und die Schifffahrt und später für die Erzverarbeitung, die Kohlegruben und andere Industriebereiche („Hölzernes Zeitalter“).

Auf den „ausgelaugten“ Böden wurden schließlich überwiegend Nadelhölzer angebaut. So kehrte sich das ursprüngliche Verhältnis von 70 % Laub- und 30 % Nadelholz um.

Um der sich anbahnenden Entwicklung der Waldübernutzung und Waldrodungen Einhalt zu gebieten, empfahl Hans Carl von Carlowitz, Oberberghauptmann am kursächsischen Oberbergamt in Freiberg, vor 300 Jahren in seinem Werk "Sylvicultura oeconomica" erstmals, immer nur so viel Holz zu schlagen, wie durch planmäßige Aufforstung wieder nachwachsen kann. Damit legte er den Grundstein für die deutsche Forstwirtschaft und das Prinzip des nachhaltigen Umgangs mit Rohstoffen. Heute erfolgt die Verjüngung von Waldbeständen überwiegend über „Naturverjüngung“. Es wird auf eine Begründung von Mischbeständen geachtet, wobei die Standortverträglichkeit eine große Rolle spielt.

Buchenwald [Quelle: iStock]
Buchenwald [Quelle: iStock]

Der Rohstoff

Unter den Nadelbäumen kann man zwischen den immergrünen Bäumen wie der Fichte (Picea spp.), Tanne (Abies spp.) und Kiefer (Pinus spp.) und den über Winter nadellosen Bäumen wie z. B. der Lärche (Larix spp.) unterscheiden. Aufgrund ihres geraden und meist schnellen Wuchses sowie der technischen Vorteile des Nadelholzes besteht ein hoher Bedarf in der Säge- und Holzwerkstoffindustrie. Das zu Bauholz und Holzwerkstoffen aufbereitete Material geht in den nationalen und internationalen Handel und auch Nebenprodukte wie Sägespäne finden Verwendung als Energiepellets oder in der Holzwerkstoffindustrie.

Unter den Laubbäumen haben die Buchen (Fagus spp.) und Eichen (Quercus spp.) in Deutschland die größte Bedeutung. Das Holz wird häufig für Möbel, Viskose-Stoffe oder Furniere verwertet. Traditionell ist auch die Verwendung von Buchen und Eichen als Brennholz.

Unter den schnellwachsenden Baumarten zum Anbau auf landwirtschaftlichen Flächen in kurzen Umtriebszeiten (3 - 6 Jahre) eignen sich vor allem Pappeln (Populus spp.), Weiden (Salix spp.) und Robinien (Robinia Pseudoacacia L.). Diese Art der Bewirtschaftung stellt eine extensive Form der Landnutzung dar, die mit Blick auf den Klimaschutz und die aktuelle Entwicklung von fossilen Energieträgern zunehmend interessant erscheint. Biomasse aus Kurzumtriebsplantagen kann in Form von Hackschnitzeln zur dezentralen, umweltfreundlichen Energieversorgung eingesetzt werden. Die Qualität und der Ertrag des Holzes eignen sich für einen Ersatz fester Brennstoffe aus dem Wald und könnten die Konkurrenz beim stark genutzten Nadelholz senken. 

Waldarbeiter [Quelle: FNR/J. Potente Fotodesign]
Waldarbeiter
[Quelle: FNR/J. Potente Fotodesign]
Holzpolter [Quelle: iStock]
Holzpolter [Quelle: iStock]

Verwendung

Stoffliche Nutzung:

  • Möbel-, Bau- und Konstruktionsholz
  • Parkettherstellung, Innenausbau, Holzgeräte
  • Schäl- und Furnierholz
  • Spanplatten, Faser- und Papierholz
  • Viskose, Bekleidungsstoffe
  • Bioraffinerie

     

Holz ist ein vielseitiger Baustoff[Quelle: FNR/D. Hagenguth]
Holz ist ein vielseitiger Baustoff
[Quelle: FNR/D. Hagenguth]
Holzkonstruktion [Quelle: FNR/D. Hagenguth]
Holzkonstruktion
[Quelle: FNR/D. Hagenguth]

Energetische Nutzung:

  • Waldrestholz aus Durchforstung und Holzernte bzw. Baumpflegeholz
  • Industrierestholz aus der holzbe- und verarbeitenden Industrie
  • Altholz aus naturbelassenem oder behandeltem Holz
  • Holz von Kurzumtriebsplantagen (Hackschnitzel, Pellets)
Holz als Energieträger - hier in Form vonScheitholz [Quelle: FNR/Dr. H. Hansen]
Holz als Energieträger - hier in Form von Scheitholz
[Quelle: FNR/Dr. H. Hansen]
Holzhackschnitzel [Quelle: FNR/Dr. H. Hansen]
Holzhackschnitzel
[Quelle: FNR/Dr. H. Hansen]
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe