Forst Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Biologisches Kontrollsystem

Verbundvorhaben: Entwicklung eines biologischen Kontrollsystems zur Regulierung des Erregers des Eschentriebsterbens Hymenoscyphus fraxineus

Das weit verbreitete Eschentriebsterben ist inzwischen in Europa zu einer ernsten Bedrohung für die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) geworden, das die forstwirtschaftliche Zukunft der Baumart auch in Deutschland in Frage stellt. Daher startete im Juni 2017 das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte Verbundvorhaben zur Entwicklung eines biologischen Kontrollsystems. In dem Vorhaben soll der auslösende Pilz mit Hilfe von antagonistischen Mikroorganismen bekämpft werden. Am Projekt sind das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. und das Thünen-Institut für Forstgenetik beteiligt.

Die biologische Kontrolle der Erkrankung durch mikrobielle Antagonisten, die den Pilz hemmen oder durch Konkurrenz unterdrücken, bietet eine aussichtsreiche Option zur Eindämmung des Eschentriebsterbens. Die Suche danach geschieht über ein mehrstufiges Verfahren. Zunächst werden durch eine vergleichende Analyse der Mikroorganismengemeinschaften befallener und resistenter Eschen Bakterien und Pilze identifiziert, die eine potenziell hemmende Wirkung auf den Erreger haben. Diese Mikroorganismen werden kultiviert und ihre antagonistische Wirkung auf den Erreger getestet. Anschließend werden im Gewächshaus anfällige Eschen mit diesen Mikroorganismen inokuliert und auf ihre Wirksamkeit gegenüber dem Erreger geprüft. Nach der Gewächshausprüfung erfolgt die Auswahl der wirksamsten Bakterien oder Pilze, die die Grundlage für die Entwicklung des biologischen Schutzes gegen den Erreger Hymenoscyphus fraxineus bilden.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie in der FNR-Pressemitteilung „BMEL verstärkt Maßnahmen im Kampf gegen das Eschentriebsterben“ sowie in der Projektdatenbank der FNR unter den Förderkennzeichen 22006116 und 22028616.

Um die Aktivitäten zum Erhalt der Esche zu bündeln, hat das BMEL zudem die Einrichtung eines Koordinierungskreises beschlossen. Informationen dazu erhalten Sie demnächst auf dieser Seite.

Infiziertes Eschenblatt mit Welke und bräunlicher Verfärbung (Quelle: P. Röhe)
Schildartige Rindennekrose (Quelle: P. Röhe)
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe