Forst Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Weißtannenoffensive

Die guten waldbaulichen und ökologischen Eigenschaften der Weißtanne - klimasta-bil, ideale Mischwaldbaumart, ertragsstark und ökologisch wertvoll - waren der Grund, das Projekt Weißtannenoffensive zu starten, das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert wird. Seit Jahresbeginn 2017 arbeitet die Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft e. V. (ANW) gemeinsam mit ihren Projektpartnern daran, vorhandenes Praxis- und Forschungswissen zur Weißtanne aufzubereiten und in der Fläche zu kommunizieren. Langfristige Ziele sind die Erweiterung des Flächenanteils der Weißtanne entsprechend ihrem möglichen Verbreitungsgebiet und ihre Etablierung auf geeigneten Standorten auch außerhalb ihres derzeitigen Verbreitungsgebietes.  Dadurch soll das Nadel-Weißholz-Angebot für die Holzwirtschaft nachhaltig gesichert werden.

In den kommenden zwei Jahren werden hierzu von der ANW und ihren Partnern Veranstaltungen in allen Bundesländern durchgeführt, um Waldbesitzer, Forstleute und Vertreter der Holzwirtschaft über den Anbau, die Pflege und die Verwendung der Weißtanne praxisnah zu informieren. Der theoretische Seminarteil ist dabei mit einem Exkursionsteil gekoppelt. Informationen zu den Veranstaltungsterminen finden sich auf den Internetseiten der ANW-Landesgruppen und auf der Website der Bundes-ANW, Link: http://www.anw-deutschland.de/pages/weisstannen-projekt.php

Partner des Vorhabens:

  • Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e. V. (AGR)
  • Deutscher Forstverein e. V. (DFV)
  • Forum Weißtanne e. V.
  • Landesforsten Mecklenburg-Vorpommern (AöR)
  • Waldbesitzervereinigung Westallgäu 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie in der FNR-Projektdatenbank unter dem Förderkennzeichen 22025915.

Die Weißtanne (Abies alba) ist eine in Deutschland heimische Nadelbaumart, die in höheren Lagen bis 1.300 m zu finden ist.  Das sind vor allem die südlichen Mittelgebirge (Schwarzwald, Frankenwald, Vogesen), der Bayerische Wald und die Alpen. Dort wächst sie auch auf kalten, nassen oder tonigen Böden.

Sie kann 50 bis 55 m hoch und 600 Jahre alt werden, hat nichtstechende Nadeln, die  oberseits dunkelgrün gefärbt sind und eine schwach eingesenkte Mittelrippe aufweisen. Zapfen bildet die Tanne nur an den Wipfeltrieben, die Ende September zerfallen. Die Samen und die Deckschuppen fallen zu Boden, nur die nackten "Zapfenspindeln" bleiben noch länger auf den Gipfelzweigen stehen. Aufgrund ihrer tiefreichenden Pfahlwurzel ist die Weißtanne weniger trockenheitsanfällig, kann schwere und vernässte Waldböden aufschließen und  anderseits die Wasserspeicherung verbessern. Zudem widersteht sie Stürmen deutlich besser als beispielsweise die Fichte. Für Mischwälder bzw. mehrstufig aufgebaute Wälder aus Buche, Fichte und Tanne unterschiedlicher Wuchshöhe eignet sich die Tanne sehr gut. Sie ist eine Schattenbaumart und kann nach Freistellung sehr schnell wachsen und  deutlich an Masse zulegen. Was das Tannenholz betrifft, ist es von matter, zumeist gelblichweißer bis fast weißer Färbung und weist keine Harzgänge und Harzgallen auf. 

Verwendung findet Weißtannenholz als Bau- und Konstruktionsholz (Fenster, Türen, Decken- und Wandbekleidungen). So ruht beispielsweise das symbolträchtige EXPO-Dach der Weltausstellung Hannover auf 40 Weißtannen-Vollholzstützen. Auch im Innenausbau sowie in der Möbel- und Papierindustrie  wird es verarbeitet. Eine der klassischen Verwendungsarten von Weißtannenholz ist die Herstellung von Holzschindeln. Gern wird es auch im Wasserbau eingesetzt und ist hier der Fichte wegen seiner Dauerhaftigkeit unter Wasser deutlich überlegen. Auch im Erdreich ist das Holz bei vollständiger Bedeckung sehr haltbar.  

© Timo Ackermann
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe